Hintergrundinformationen zur Deutschen Vereinigung zum Schutz des Pferdes e. V.


Die Geschichte des Pferdeschutzes beginnt im Jahre 1927 mit der Person Ada Cole.

                             

Sie stammte aus einer Familie wohlhabender Landwirte in Norfolk, Großbritannien.
1911, bei einem Besuch ihrer Schwester in Antwerpen,
war sie entsetzt über den Anblick von Pferden in erbärmlichem Zustand
(viele alt, verletzt oder erschöpft), die man von England nach Antwerpen verschiffte
und die nun aufgereiht darauf warteten, geschlachtet oder zu Niedrigstpreisen
zu erneuter Zwangsarbeit verkauft zu werden.

Unter diesem Eindruck gründete Ada Cole
die Internationale Liga zum Schutz des Pferdes (ILPH).

             

Unermüdlich kämpfte sie für neue Gesetze, die den Transport
und die Behandlung von Schlachtpferden absichern und verbessern sollten.
Als einen ihrer ersten Erfolge konnte die Liga im Jahre 1937 das Inkrafttreten
eines Gesetzes verbuchen, das den Export von alten und ausgedienten Pferden
 zu Schlachtzwecken aus Großbritannien verbot.

Auch heute noch bleibt das Schlachtpferdeproblem eines der Hauptgebiete,
auf dem die Internationale Liga auf politischer und diplomatischer Ebene wirkt.
In Großbritannien bewirtschaftet die ILPH heute fünf Höfe, die der Erholung
und der Rehabilitation ausgedienter und geschwächter Pferde dienen.
Sie unterhält auch ein Programm, das Pflegeplätze für Pferde sucht und vermittelt.
Auf diese Weise konnten in Großbritannien 900 Pferde ein neues Zuhause finden.
25 Außendienstmitarbeiter, die über ganz Großbritannien verteilt sind, untersuchen
Fälle von Pferdemisshandlungen. Sie suchen unangemeldet Pflegestellen auf und
überprüfen die ordnungsgemäße Pflege der im Dauerverleih vergebenen Pferde der ILPH.
Neben diesen Aktivitäten unterstützt die ILPH Stipendien und Projekte an
Veterinärinstituten zur weiteren Pferdeforschung und arbeitet mit verwandten
Organisationen auf dem Gebiet des Tierschutzes zusammen. All dies geschieht
auf internationaler Ebene. Heute ist die ILPH der offizielle Wohlfahrtsvertreter
der „Fédération Equestre International“ (FEI).

Die ILPH wirkt auf allen Gebieten, wo Pferde eingesetzt werden,
sei es in Sport, Zucht, Transport, Tourismus oder Freizeit,
Landwirtschaft und Industrie. Sie wirbt für den Gebrauch des
Pferdes statt seines Missbrauchs.

Entdeckt die ILPH irgendwo im Einsatz eines Pferdes ein Problem,
so wird sie eine Problemlösung oder Verbesserung anstreben,
statt anzuklagen oder zu verdammen. Es gibt 122 Millionen Equiden
(Pferde, Ponys, Esel, Maulesel) auf der Welt, über 100 Millionen davon
leben als Arbeitstiere in den Entwicklungsländern und dienen zum Transport
in der Landwirtschaft und in der Industrie. Dies bedeutet ein riesiges Einsatzgebiet.
In vielen dieser Länder leben Mensch und Tier unter primitivsten Verhältnissen in
Not und Elend, wobei das Leiden der Tiere meist eher aus Unwissenheit als
durch absichtliche Quälerei entsteht. Die ILPH geht dieses Problem auf praktische
Weise an, indem ein weltweites Schulungsprogramm entwickelt wurde, das den
Pferden in all seinen Aspekten Hilfestellung leisten soll (Gesundheit, Pflege und Umgang,
einschließlich Forschung und Ausbildung). Das Programm stellt für alle Gebiete, für die
ein Schulungsbedarf besteht, Expertenwissen zur Verfügung: Tiermedizin, Hufschmiede,
Sattler, Futterkunde und Landwirtschaft.

Ziel und Aufgabe der Internationalen Liga ist es, den Menschen
mehr Wissen über die Pferdehaltung zu vermitteln und Leute auszubilden,
die in der Ausübung solcher Fertigkeiten wie Sattel- und Zaumzeugherstellung
fortfahren und ihr Handwerk später anderen beibringen können.
Diese Trainingsprogramme haben u.a. in Marokko, Jordanien, Mexiko und
Jamaika die Pferdehaltung bereits wesentlich verbessert.

Ziel der ILPH ist es, auf europäischer Ebene ein Netz von
befreundeten Organisationen aufzubauen, wie z.B. die
Deutsche Vereinigung zum Schutz des Pferdes. Alle Mitglieder
der DVSP e. V. erhalten den „Newsletter“, das offizielle Vereinsblatt
für Deutschland. Auf Wunsch wird ihnen auch der englische „Newsletter“
zur Verfügung gestellt. 1994 konnte das europäische Interesse in Sachen
Pferdeschutz unter Beweis gestellt werden. Federführend unter der ILPH
wurde eine Petition (Unterschriftenaktion) in Gang gesetzt, die in kürzester
Zeit 3,2 Millionen Unterschriften gegen Schlachtpferdetransporte zusammenbrachte.
Diese Petition war die Größte, die je dem Europäischen Parlament vorgelegt wurde.
Kurz nach der Überreichung der Unterschriften in Straßburg verabschiedete das
Europäische Parlament das erste Gesetz, das Schlachttiertransporte regelt.

Die ILPH sowie die ihr anverwandten Organisationen, betrachten
dies als Zwischenlösung. Ziel ihrer Arbeit wird es aber bleiben,
Lebendtransporte durch Tiefkühltransporte zu ersetzen.
Heute ist die ILPH, mit fast 90.000 Mitgliedern weltweit, die größte
Pferdeschutzorganisation der Welt. National hat sich die Deutsche
Vereinigung zum Schutz des Pferdes e. V. zur Aufgabe gemacht,
misshandelte und vernachlässigte Pferde aufzunehmen und in
Rehabilitationszentren zu verteilen. Nach ihrer Gesundung sollen diese
Pferde ein Schulungsprogramm durchlaufen, das ihre angeborenen Fähigkeiten
weiterentwickelt. Erst danach wird für diese Pferde eine neue Bleibe gesucht.
Die von der DVSP e. V. aufgenommenen Pferde bleiben Eigentum der
DVSP e. V. und werden im Dauerverleih an geeignete Personen vergeben.
Ein Netzwerk von Inspektoren soll über das Wohlergehen der verliehenen
Pferde wachen. Außerdem werden für Pferde, die zur Weitergabe nicht
geeignet sind, Paten gesucht, die ein Verweilen auf Gnadenbrothöfen ermöglichen.
Weitere Aufgabe der Inspektoren wird es sein, sowohl bei Problemen im Umgang,
als auch in der Haltung, den Verursachern beratend zur Seite zu stehen, da die
Deutsche Vereinigung zum Schutz des Pferdes e. V. davon ausgeht, dass die meisten
Tierschutzprobleme aus Unkenntnis entstehen. Ist eine Problembeseitigung auf dieser
Ebene nicht möglich, wird die DVSP e. V. auftauchende Probleme mit der örtlichen
Polizei bzw. den Veterinärämtern zu regeln versuchen. Es ist geplant, Schulungsprogramme
zu fördern, die eine artgerechte Pferdehaltung vermitteln und Reitweisen unterstützen,
die Mensch und Pferd in Harmonie bringen.

Zur Förderung und Unterstützung bemüht sich die DVSP e.V.
einen Ehrenbeirat aufzustellen, der mit seinem Spezialwissen der
DVSP e.V. beratend zur Seite steht. Die Projekte der DVSP e. V.
werden sowohl durch Mitgliedsbeiträge, Verlosungen auf Messen
als auch durch Sponsoren finanziert. Die DVSP e. V. sieht sich konform
mit dem Gedankengut und den Zielen Ada Coles, die, wie bereits anfangs
erwähnt, die Internationale Liga zum Schutz des Pferdes (ILPH) im Jahre
1927 gründete. Das Leben und Wirken Ada Coles soll einem breiten
Publikum durch deren Biographie nahe gebracht werden.

Die Internationale Liga zum Schutz des Pferdes (ILPH) feiert 2007 ihr 80jähriges Jubiläum.                                   >>Home<<